Warum können beim Flachschleifen die Maße und die Oberflächenrauheit von Präzisionsteilen kontrolliert werden?
Bei derselben Stahlplatte kann ein Lieferant trotz der alleinigen Angabe von Ra 0.8 in der Zeichnung ein Werkstück mit unzureichender Ebenheit liefern. Ra beschreibt die mikroskopische Oberflächenrauheit und kann Ebenheit, Parallelität oder Maßtoleranz nicht ersetzen. Soll das Werkstück als Formeinsatz, Bezugsblock für Vorrichtungen oder Montagefläche einer Führungsschiene verwendet werden, müssen diese Merkmale jeweils separat bestätigt werden. Der Wert des Flachschleifens liegt darin, durch kontrollierten Materialabtrag gleichzeitig Maß- und Geometriebezüge zu schaffen. Das Ergebnis wird jedoch nicht allein durch die angegebene Genauigkeit der Schleifmaschine bestimmt.
Mikroschneiden der Schleifkörner und Schleifwärme beim Flachschleifen
Die Schleifkörner auf der Oberfläche der Schleifscheibe führen am Werkstück winzige Schneidvorgänge aus und verursachen zugleich Gleit- und Pflugeffekte. Das Schleifmittel trägt Material ab, die Bindung hält die Schleifkörner, und die Poren nehmen Späne auf und führen Wärme ab. Bei scharfen Schleifkörnern und einem geeigneten Abrichtzustand der Schleifscheibe bleiben die Schnittkräfte relativ stabil. Nach dem Abstumpfen oder Zusetzen der Schleifscheibe wird ein größerer Teil der Energie in Wärme umgewandelt, wodurch leicht Schleifbrand, Maßabweichungen, Rattermarken und eine Verschlechterung der Rauheit entstehen. Materialhärte, Wärmebehandlungszustand, Zustelltiefe, Vorschub, Kühlschmierstoff und Spannsteifigkeit verändern diesen Prozess gemeinsam.
Die Qualität des Flachschleifens ist das gemeinsame Ergebnis von Maschine, Spannung und Prüfung
Die Ebenheit wird außerdem vom Zustand der Führungen, Formfehlern der Schleifscheibe, Verformungen des Magnettisches und den Eigenspannungen des Werkstücks beeinflusst. Dünne Platten können sich unter dem Einfluss von Magnetkraft, Schnittkraft oder Schleifwärme vorübergehend verformen und nach dem Entspannen wieder aufwölben. Daher kann die Bearbeitungsqualität nicht allein anhand eines einmaligen Messwerts der Oberflächenrauheit beurteilt werden. Im tatsächlichen Prozess müssen zunächst Abmessungen, Material und Härte des Werkstücks geklärt werden. Anschließend werden Flachschleifmaschine, Schleifscheibe und Spannmethode ausgewählt. Beim Schruppschleifen wird ein stabiler Bezug hergestellt, beim Fertigschleifen die thermische Belastung reduziert. Abschließend werden Maß, Ebenheit, Parallelität und Ra unter sauberen und temperaturstabilen Bedingungen jeweils separat geprüft. Die weitere Auswahl der Schleifmaschine, die Parametereinstellung und die Abnahme sollten sich an dieser Genauigkeitskette orientieren.
So wählen Sie eine Flachschleifmaschine für Präzisionsteile aus: Zuerst Werkstückabmessungen, Material und Zeichnungsanforderungen prüfen
Bei der Auswahl einer Flachschleifmaschine sollten nicht zunächst die Spindeldrehzahl oder die Nenn genauigkeit der Maschine betrachtet werden. Stattdessen sind zunächst die Abmessungen, Dicke, Materialhärte, Losgröße und Zeichnungsanforderungen des Werkstücks aufzuschlüsseln. Bei Formeinsätzen, Bezugsblöcken und Führungsschienen stehen üblicherweise Ebenheit, Parallelität und Maßkonstanz im Mittelpunkt. Bei Präzisionsvorrichtungsplatten muss außerdem die Verformung nach dem Spannen berücksichtigt werden. Bei dünnen Platten sind zunächst die Abmessungen des Magnettisches, der Einfluss der Magnetkraft und die Rückfederung nach dem Entspannen zu bewerten. Eine Zeichnung, in der nur Ra angegeben ist, bedeutet nicht, dass die Ebenheit automatisch eingehalten wird.
Bei der Auswahl einer Flachschleifmaschine zunächst das Schleifverfahren passend auswählen
| Lösung | Geeignete Einsatzszenarien | Wesentliche Risiken oder Einschränkungen |
|---|---|---|
| Schleifen mit horizontaler Spindel, Hubtisch und Umfangsfläche der Schleifscheibe | Präzisionsplatten aus Stahl, Formeinsätze, Führungen und Referenzblöcke; geeignet für Bauteile mit klaren Anforderungen an Ebenheit, Parallelität und Ra | Erfordern eine stabile Abrichtung und gleichmäßige Kühlung; bei langen Hüben oder großen Bauteilen müssen Tischgröße, Verfahrweg und Spannraum geprüft werden |
| Schleifen mit vertikaler Spindel oder der Stirnfläche | Werkstücke mit größerem Abtrag, regelmäßiger Form und großer Kontaktfläche | Die große Kontaktfläche kann die Spanabfuhr und Wärmeableitung beeinträchtigen; beim Feinschleifen muss die Schleifwärme besonders kontrolliert werden |
| Manuelle oder hydraulische Flachschleifmaschine | Einzelteile, Kleinserien und Bauteile mit häufig wechselnden Abmessungen | Das Ergebnis hängt von der Erfahrung des Bedieners ab; die Konsistenz innerhalb einer Serie und die Möglichkeit zur automatischen Messung müssen in der Regel gesondert geprüft werden |
| CNC-Flachschleifmaschine | Serienfertigung, hohe Anforderungen an die Wiederholgenauigkeit oder Bauteile, für die feste Schleifprogramme und Prozessmessungen erforderlich sind | Programmierfähigkeit, Messausstattung, Spannkonzept und Prozessvalidierung beeinflussen das tatsächliche Ergebnis; die Beurteilung darf nicht allein anhand der Maschinenbezeichnung erfolgen |
Das Umfangsschleifen mit horizontaler Spindel ermöglicht in der Regel eine bessere Spanabfuhr und Wärmeableitung und wird beim Präzisionsflachschleifen häufig bevorzugt. Beim Stirnschleifen müssen dagegen Wärmestau, Zusetzen und Schleifbrand verhindert werden. Bei gehärtetem Stahl, Gusseisen, Nichteisenmetallen oder Werkstücken unterschiedlicher Abmessungen können auch die Spezifikation der Schleifscheibe und die Kühlbedingungen die Maschinenauswahl verändern. Je größer die Serie, desto wichtiger ist es, die Wiederholpositionierung, das Abrichten der Schleifscheibe, die Inline- oder Prozessmessung sowie die Art der Aufzeichnung zu prüfen.
Ebenheit, Parallelität und Rauheit in derselben Auswahltabelle erfassen
Allgemeine Beispiele aus öffentlich zugänglichen Auswahlunterlagen liegen bei Ebenheit ≤0,03 mm/m, Parallelität ≤0,05 mm/m und Ra 1,6–3,2 μm; für anspruchsvollere Präzisionsanwendungen gelten etwa ≤0,01 mm/m, ≤0,02 mm/m und Ra 0,4–1,6 μm. Andere Produktionsunterlagen geben unter stabilen Bedingungen einen Referenzbereich für die Ebenheit von Präzisionsplatten von etwa 0,005–0,01 mm und für die Parallelität von etwa 0,005–0,02 mm an. Diese Daten sind lediglich ein Ausgangspunkt für die Prozessdiskussion. Tatsächlich hängen die Werte auch von der Bauteillänge, dem Werkstoff, der Wärmebehandlung, dem Aufmaß, der Spannung, dem Zustand der Werkzeugmaschine und der Messtemperatur ab und dürfen nicht als allgemeine Garantiewerte der Flachschleifmaschine formuliert werden.
Auswahl der Schleifscheibe für das Flachschleifen: Schleifmittel, Körnung, Härte, Gefüge und Bindung
Die Schleifscheibe einer Flachschleifmaschine ist nicht nach dem Prinzip „je härter und feiner, desto besser“ auszuwählen. Bei der Auswahl müssen gleichzeitig Werkstoff und Härte des Werkstücks, der Bearbeitungsschritt – Schrupp- oder Feinschleifen –, das Schleifverfahren, das gewünschte Maß und die Oberflächenrauheit berücksichtigt werden. Eine Schleifscheibe besteht aus Schleifmittel, Bindemittel und Poren: Das Schleifmittel übernimmt den Zerspanvorgang, das Bindemittel hält die Schleifkörner, und die Poren dienen der Spanaufnahme und Wärmeabfuhr. Sind die Anteile dieser drei Komponenten nicht passend, können sich Zusetzen, Wärmeentwicklung, Rattermarken oder Maßabweichungen durch Maßdrift ergeben.
Vier Kernfaktoren bei der Auswahl von Schleifscheiben für das Flachschleifen
| Faktor | Bedeutung für den Prozess | Auswahlkriterium |
|---|---|---|
| Schleifmittel | Übernimmt den eigentlichen Zerspanvorgang | Bei Stahl, gehärtetem Stahl und ähnlichen Werkstoffen erfolgt die Auswahl üblicherweise zunächst nach Werkstoff und Härte; Gusseisen, Nichteisenmetalle und Hartmetall können nicht einfach mit derselben Schleifscheibe bearbeitet werden. |
| Körnung | Beeinflusst Abtragsleistung und Oberflächenstruktur | Beim Schruppschleifen steht eine hohe Abtragsleistung im Vordergrund, beim Feinschleifen müssen dagegen Ra, Maßstabilität und die Gefahr von Schleifbrand berücksichtigt werden. |
| Schleifscheibenhärte | Bezeichnet die Fähigkeit des Bindemittels, die Schleifkörner zu halten | Sie ist weder die Härte des Schleifkorns noch die Härte des Werkstücks; eine zu hohe Härte kann dazu führen, dass stumpf gewordene Schleifkörner nicht rechtzeitig ausbrechen. |
| Struktur und Bindemittel | Beeinflussen Spanaufnahme, Wärmeabfuhr und Steifigkeit | Bei großen Kontaktflächen sowie bei Bedingungen mit erhöhter Wärmeentwicklung oder hoher Neigung zum Zusetzen ist besonders zu prüfen, ob Porenstruktur und Bindemittel geeignet sind. |
Beim Schruppschleifen sollten Spanabfuhr, Wärmeabfuhr und ein stabiler Materialabtrag vorrangig gewährleistet sein. Beim Vorschlichten ist die Schnittbelastung zu reduzieren, damit keine Wärme in das Endmaß eingebracht wird. Beim Feinschleifen stehen der Zustand der Schleifscheibe, ihre Schärfe nach dem Abrichten und die Oberflächenstruktur im Mittelpunkt. In öffentlich zugänglichen Quellen wird für einige Anwendungen des Flachschleifens eine Oberflächenrauheit von Ra 1,6–3,2 μm als allgemeiner Richtwert genannt; bei präziseren Anwendungen können Ra-Werte von 0,4–1,6 μm zum Einsatz kommen. Dies stellt jedoch keine feste Zusicherung unabhängig von Werkstoff, Aufspannung und Maschinenbedingungen dar.
Ausrichtung der Schleifscheibe beim Umfangs- und Stirnschleifen
Bei Flachschleifmaschinen mit waagerechter Spindel steht die Werkstückbearbeitung häufig über den Umfang der Schleifscheibe in Kontakt. Die Spanabfuhr ist dabei in der Regel gut, weshalb sich dieses Verfahren zur Kontrolle von Maß und Ebenheit bei Formeinsätzen, Präzisionsplatten und Referenzblöcken eignet. Beim Schleifen mit senkrechter Spindel oder beim Stirnschleifen ist die Kontaktfläche größer und die Abtragsleistung kann höher sein; Wärmeentwicklung und erschwerte Spanabfuhr verdienen jedoch besondere Beachtung. Die endgültigen Schleifscheibenspezifikationen müssen außerdem gemeinsam mit Maschinenspindel, zulässiger Umfangsgeschwindigkeit, Werkstoff des Werkstücks, Kontaktfläche und dem im technischen Zeichnung angegebenen Ra-Wert festgelegt werden. Eine Bestellung darf nicht allein anhand der Bezeichnung oder Körnung der Schleifscheibe erfolgen.
Einstellen der Prozessparameter beim Flachschleifen: Umfangsgeschwindigkeit, Vorschub, Zustellung und Ausfunken
Beim Flachschleifen kann nicht einfach eine „universelle Parametertabelle“ angewendet werden. Umfangsgeschwindigkeit der Schleifscheibe, Längsvorschub, Quervorschub, Zustellung und Ausfunkhub müssen gemeinsam mit Werkstoff und Härte des Werkstücks, den Spezifikationen der Schleifscheibe, der Maschinensteifigkeit und den Kühlbedingungen angepasst werden. Das primäre Ziel der Parameter ist nicht einfach eine höhere Abtragsleistung, sondern ein gleichmäßiges Aufmaß, stabile Abmessungen und eine ebene Oberfläche bei kontrolliertem Temperaturanstieg.
Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge bei Flachschleifparametern: Zuerst Wärme und Belastung kontrollieren
Eine Erhöhung der Umfangsgeschwindigkeit der Schleifscheibe kann die Schneidwirkung, die Produktivität und die Oberflächenbildung verbessern, bedeutet jedoch nicht, dass ein höherer Wert immer besser ist. Wenn Kühlung, Abrichten oder der Zustand der Maschine nicht mithalten, nimmt die Schleifwärme zu; am Werkstück können Schleifbrand, Maßdrift oder thermische Verformung auftreten. In öffentlich zugänglichen Quellen werden etwa 28–33 m/s als möglicher Ausgangswert für bestimmte Flachschleifanwendungen genannt. Der tatsächliche Wert muss jedoch der zulässigen Umfangsgeschwindigkeit der Schleifscheibe entsprechen und unter Berücksichtigung von Durchmesser, Bindung, Werkstoff des Werkstücks und Maschinenzustand bestätigt werden.
Ein zu hoher Längs- oder Quervorschub erhöht die Schnittbelastung pro Zeiteinheit und führt zu Rattermarken, einer Verschlechterung der Oberflächenrauheit und stärkerem Schleifscheibenverschleiß. Ein zu geringer Vorschub kann dagegen Reibung und Wärmeentwicklung erhöhen. Die Zustellung sollte beim Schrupp-, Halbfein- und Feinschleifen stufenweise reduziert werden. Beim Schruppen ist ein gleichmäßiges und kontinuierliches Bearbeitungsaufmaß sicherzustellen, um lokale Überlastungen zu vermeiden. In der Feinbearbeitungsphase wird die Belastung reduziert, eine kleinere Zustellung verwendet und ein stabiler Ausfunkhub beibehalten, damit die Schleifscheibe die Oberfläche glätten und das Maß stabilisieren kann, ohne noch deutlich Material abzutragen.
Probeschleifen beim Flachschleifen: Mit prozessbegleitender Messung schrittweise zum Ziel
- Zunächst sollten anhand eines Probekörpers oder eines unkritischen Bereichs der Schneidzustand der Schleifscheibe, die Kühlmittelabdeckung und die Ausgangsparameter überprüft werden. Dabei ist auf Schleifbrand, ungewöhnliche Geräusche, Rattermarken oder ein Zusetzen der Schleifscheibe zu achten.
- Nach dem Schruppschleifen sind Aufmaß, Dickenunterschied und Verzugstendenz zu messen. Wenn der Abtrag an den beiden Enden oder in der Mitte deutlich unterschiedlich ist, sollten zunächst die Aufspannung, die Bezugsfläche und das Abrichten der Schleifscheibe überprüft werden, anstatt die Zustellung weiter zu erhöhen.
- In der Phase des Halbfein- und Feinschleifens sollte jeweils nur eine wesentliche Variable verändert werden, beispielsweise Zustellung oder Vorschub reduzieren. Anschließend sind Abmessungen, Ebenheit und Oberflächenrauheit erneut zu messen und Parameter sowie Ergebnisse zu dokumentieren.
- Der abschließende Ausfunkhub sollte konstant bleiben. Wenn das Maß nach dem Ausfunken weiterhin driftet, sind Werkstücktemperatur, Kühlmitteldurchfluss, Abstumpfung der Schleifscheibe und die Wartezeit vor der Messung zu überprüfen.
Daher sollten auf dem Arbeitsplan die Spezifikationen der Schleifscheibe, Umfangsgeschwindigkeit, Vorschub, Zustellung, Ausfunkhub, Abrichtzustand und Kühlbedingungen dokumentiert werden und nicht nur eine Spindeldrehzahl. Das Parameterfenster für Präzisionsteile sollte durch Probeschleifen und Prüfung bestätigt werden. Selbst auf derselben Schleifmaschine können je nach Werkstoff, Dicke und Aufspannart unterschiedliche Strategien für das Flachschleifen erforderlich sein.
Wie Schleifscheibenabrichten, Kühlung und Aufspannung Ebenheit und das Schleifen dünner Bleche beeinflussen
Bei der Aufspannung beim Flachschleifen zuerst die Verformung kontrollieren, dann über Ebenheit sprechen
| Aufspannart | Geeignete Anwendung | Hauptrisiken |
|---|---|---|
| Magnetspannfutter | Die meisten Blöcke und Platten aus Stahl; schnelle Aufspannung | Dünne Bleche können sich durch Magnetkraft und die Freisetzung von Eigenspannungen verformen; nach der Bearbeitung sollte in der Regel entmagnetisiert werden |
| Vakuumspannfutter | Einige dünne Werkstücke oder Werkstücke, die sich nicht für magnetisches Spannen eignen | Eine dichte Abdichtung und eine stabile Abstützung sind erforderlich; lokale Überhänge verstärken die Schleifverformung. |
| Präzisionsschraubstock | Kleine Blockteile, Formteile oder nichtmagnetische Werkstoffe | Eine zu hohe Spannkraft kann dünne Werkstücke verbiegen; Bezugsflächen und Krafteinleitung müssen eindeutig festgelegt sein. |
Beim Schleifen dünner Platten tritt besonders häufig das Problem auf, dass das Werkstück „beim Spannen maßhaltig, nach dem Entspannen jedoch verzogen“ ist. Magnetkraft, Schnittkraft, Schleifwärme und innere Materialspannungen verändern gemeinsam die Form des Werkstücks. Verfahrenstechnisch kann symmetrisches, schrittweises Schleifen eingesetzt werden, um den Abtrag pro Arbeitsgang zu reduzieren und die Spannungen auf beiden Seiten schrittweise abzubauen. Gleichzeitig ist eine stabile Bezugsebene beizubehalten; bei Bedarf sind zusätzliche Niederhalter oder eine Vakuumspannung zu verwenden. Kühlschmierstoff dient nicht nur der Kühlung, sondern auch der Schmierung und der Spanabfuhr. Der Strahl sollte den Schleifbereich abdecken, und Filtration sowie Sauberkeit müssen stabil gehalten werden, da andernfalls Schleifscheibenzusetzen, Schleifbrand und Maßdrift zunehmen können. Bei der Bearbeitung beider Seiten ist zunächst eine zuverlässige Bezugsfläche herzustellen und anschließend die andere Seite anhand dieser Bezugsfläche zu positionieren. Nach Abschluss der Bearbeitung sind das Werkstück zu entspannen, zu entmagnetisieren und Ebenheit, Parallelität sowie Maße im stabilen Zustand erneut zu prüfen.
Wie werden Maße, Ebenheit, Parallelität und Oberflächenrauheit beim Flachschleifen geprüft?
Bei der Abnahme des Flachschleifens darf nicht nur ein einzelner Zahlenwert betrachtet werden. Maßtoleranz, Ebenheit, Parallelität, Rechtwinkligkeit und Oberflächenrauheit entsprechen jeweils unterschiedlichen geometrischen oder oberflächenbezogenen Anforderungen; ein zulässiger Ra-Wert bedeutet nicht, dass das Bauteil zwangsläufig eben ist oder dass beide Seiten parallel sind. Bei Formeinsätzen, Spannplatten und Bezugsblöcken sollten außerdem Schleifbrand, Risse, Rattermarken, Grate und Restmagnetismus geprüft werden. Die konkreten Prüfpunkte richten sich nach Zeichnung und Montagefunktion.
Vor der Prüfung des Flachschleifens zunächst Bezug und Messbedingungen stabilisieren
Vor der Prüfung sind das Werkstück und die Messbezugsflächen zu reinigen, wobei Ölfilm, Schleifabrieb und Grate zu entfernen sind; anschließend muss das Bauteil ausreichend temperiert und stabilisiert werden. Dünne Platten können sich nach dem Abnehmen vom Elektromagnetspannfutter oder von der Vakuumspannung infolge des Abbaus von Magnetkraft, Wärme oder Restspannungen verziehen und sollten daher im entspannten Zustand erneut geprüft werden. Bei der Bearbeitung beider Seiten ist zunächst die erste Bezugsfläche zu prüfen und zu bestätigen; anschließend wird die andere Seite anhand dieser Fläche positioniert und bearbeitet. Andernfalls können die Maße beider Seiten innerhalb der Toleranz liegen, während die Parallelität nicht erfüllt ist.
- Maße: Dicke, Stufen oder lokale Maße entsprechend der Zeichnungsbezüge und der zweiseitigen Toleranz messen.
- Ebenheit: Die gesamte Welligkeit einer einzelnen Fläche prüfen; lokale Mikrometerwerte dürfen nicht als Ersatz dienen.
- Parallelität und Rechtwinkligkeit: Bezugsfläche, Messrichtung und Bewertungslänge eindeutig festlegen.
- Rauheit: Entsprechend den Zeichnungsanforderungen die Messposition, die Einzelmessstrecke und die Messrichtung für Ra oder Rz festlegen.
- Aussehen und Funktion: Sicherstellen, dass kein Schleifbrand, keine Risse, deutlichen Rattermarken oder Grate vorhanden sind; bei Bedarf eine Entmagnetisierungsprüfung durchführen.
In öffentlich zugänglichen Unterlagen wird für das allgemeine Flachschleifen häufig ein Richtwertbereich von etwa 1.6–3.2 μm für Ra genannt, für anspruchsvollere Präzisionsanwendungen etwa 0.4–1.6 μm. Wenn Maße, Werkstoff, Spannung, Werkzeugmaschine und Messumgebung stabil sind, können Ebenheit oder Parallelität bei Präzisionsplatten möglicherweise einen Bereich von etwa 0.005–0.02 mm erreichen. Diese Werte sind lediglich Bereiche für die verfahrenstechnische Diskussion und keine allgemeingültigen Garantiewerte für Flachschleifmaschinen. Für die Abnahme sind die Zeichnung, anerkannte Prüfverfahren und der offizielle Prüfbericht maßgebend.
Prüfanforderungen bereits in den Schleifangaben bei der Anfrage festlegen
Bei einer Anfrage an einen Schleifdienstleister sollten neben Werkstoff, Wärmebehandlung, Rohteilaufmaß, maximalen Außenmaßen und Dicke auch Maßtoleranzen, Ebenheit, Parallelität, Rechtwinkligkeit, Ra/Rz, Stückzahl, dünnwandige Bereiche, Prüfbezug, eine gegebenenfalls erforderliche Entmagnetisierung sowie der Bedarf an einem Prüfbericht angegeben werden. Bei engen Toleranzen empfiehlt es sich, zunächst das Probeschleifkonzept und die Messbedingungen zu bestätigen und anschließend anhand der Probeschleifdaten das endgültige Verfahren sowie die Abnahmekriterien festzulegen.
Häufige Abnahmefragen zu Flachschleifmaschinen und zum Flachschleifen
Bei der Abnahme des Flachschleifens darf nicht nur ein einzelner Ra-Wert betrachtet werden. Maße, Ebenheit, Parallelität, Oberflächenrauheit, Verformung und Restmagnetismus müssen jeweils den Zeichnungsanforderungen, dem Prüfbezug und dem Messverfahren zugeordnet werden.
Warum kann der Ra-Wert nach dem Flachschleifen innerhalb der Toleranz liegen, während die Ebenheit dennoch nicht eingehalten wird?
Der Ra-Wert beschreibt die lokale Oberflächenstruktur, während die Ebenheit den Formfehler der gesamten Bezugsfläche beschreibt. Beides sind unterschiedliche Kenngrößen. Ein unzureichender Abrichtzustand der Schleifscheibe, Schleifwärme, Spannverformungen oder der Zustand der Maschinenführungen können dazu führen, dass die Ebenheit außerhalb der Toleranz liegt. Das Werkstück sollte bei stabiler Temperatur gereinigt und die Ebenheit anhand der Zeichnungsbezüge separat geprüft werden.
Warum verzieht sich ein dünnes Blechteil nach der Bearbeitung auf einer Flachschleifmaschine beim Abnehmen von der Maschine?
Zu den häufigsten Ursachen gehören elastische Verformungen durch die Haltekraft der Magnetspannplatte, Schleifwärme, Schnittkräfte und die Freisetzung von Eigenspannungen im Material. Es können symmetrische, schrittweise Schleifvorgänge, eine Verringerung des Abtrags pro Arbeitsgang und eine ausreichende Kühlung eingesetzt werden. Erforderlichenfalls sind eine Vakuumspannung oder eine zusätzliche Niederhalterung zu verwenden. Nach dem Abnehmen sollte eine erneute Prüfung durchgeführt werden.
Ist eine Entmagnetisierung von Stahlteilen nach dem Schleifen mit einer Magnetspannplatte erforderlich?
Wenn das Bauteil anschließend für die Montage, Messungen oder in magnetisch empfindlichen Anwendungen eingesetzt wird, sollten die Anforderungen an den Restmagnetismus in der Regel bestätigt und eine Entmagnetisierung vorgesehen werden. Nach der Entmagnetisierung müssen außerdem die Bezugsflächen gereinigt und die Maße sowie Ebenheit geprüft werden. Ebenso ist zu kontrollieren, ob sich durch die Freisetzung des Spannzustands Veränderungen ergeben haben.
Wann sollte vom Schleiflieferanten zunächst ein Probeschliff verlangt werden?
Bei dünnen Bauteilen, gehärteten oder wärmebehandelten Werkstoffen, strengen Anforderungen an Ebenheit und Parallelität oder wenn die Zeichnung gleichzeitig einen niedrigen Ra-Wert und eine kleine Maßtoleranz vorgibt, sollte zunächst das Probeschliffverfahren abgestimmt werden. Dabei sind die Spannmethode, der Zustand von Schleifscheibe und Abrichtung, die Kühlbedingungen und die Prüfergebnisse zu dokumentieren, bevor das Serienverfahren festgelegt wird.
Müssen bei einer Anfrage für eine Flachschleifmaschine Parallelität und Prüfbezüge angegeben werden?
Ja. Neben Werkstoff, Wärmebehandlung, Außenmaßen, Dicke, Stückzahl und Maßtoleranzen sollten auch Ebenheit, Parallelität, Rauheit, Rechtwinkligkeit, Entmagnetisierung und Anforderungen an Prüfberichte angegeben werden. Außerdem ist eindeutig festzulegen, anhand welcher Fläche oder welcher Bezugsflächen geprüft werden soll. Die alleinige Frage, ob ein Ra-Wert von 0.8 erreicht werden kann, reicht zur Definition der Abnahmekriterien nicht aus.
Key takeaways
- Bei der Auswahl einer Flachschleifmaschine sind zunächst Werkstückabmessungen, Materialhärte, Losgröße und die Abnahmekriterien der Zeichnung zu berücksichtigen. Erst danach werden das Schleifverfahren und der Automatisierungsgrad festgelegt.
- Ebenheit, Parallelität, Maßtoleranz und Oberflächenrauheit sind unterschiedliche Merkmale. Ein eingehaltenes Ra ersetzt keine eingehaltene Ebenheit.
- Schleifscheibenumfangsgeschwindigkeit, Vorschub, Zustelltiefe, Abrichten und Kühlung müssen als ein zusammenhängendes Prozesssystem eingestellt werden; allgemeingültige Parameter können nicht einfach übernommen werden.
- Bei dünnen Platten müssen insbesondere Verformungen durch Magnetkraft, thermische Verformung, Eigenspannungen und Verzug nach dem Entspannen kontrolliert werden. Die Nachmessung sollte im stabilisierten Zustand erfolgen.
- Bei Angebotsanfragen sollten gleichzeitig Angaben zu Material, Wärmebehandlung, Bearbeitungsaufmaß, Maßtoleranzen, Ebenheit, Parallelität, Ra, Menge, Entmagnetisierung und den Anforderungen an Prüfberichte bereitgestellt werden.




